Sicherheit im Fokus
Was Ihre Kunden zum Thema Gebäudeunterhalt wissen müssen
Die Abschaffung des Eigenmietwertes wird in den kommenden Monaten zu einer deutlichen Zunahme von Unterhalts- und Renovationsmassnahmen führen. Gerade bei etwas älteren Häusern und Wohnungen. Für Elektroinstallateure eröffnet sich damit eine wichtige Chance: Als kompetenter Berater können Sie Ihre Kunden dabei unterstützen, die Elektro-Installationen nicht nur punktuell anzupassen, sondern vor allem sicherer und zukunftsfähiger zu machen.
Diese Schalter-Steckdosen-Kombi funktioniert noch, aber wer übernimmt die Verantwortung für ihre Sicherheit?
Dieser erste Teil unserer Serie konzentriert sich auf das Fundament jeder Renovationsarbeit: die Sicherheit. Drei zentrale Aspekte sollten Sie in Ihren Kundengesprächen ansprechen:
1. Lebensdauer von Schaltern und Steckdosen: Ein unterschätztes Risiko
Viele Wohneigentümer sind sich nicht bewusst, dass elektrische Installationsmaterialien eine begrenzte Lebensdauer haben. Schalter und Steckdosen, die seit 25–30 Jahren im Einsatz sind, erreichen oder überschreiten ihre technische Nutzungsdauer – selbst wenn sie äusserlich noch funktionieren.
Was Sie Ihren Kunden empfehlen sollten
Bestandsaufnahme durchführen: Ermitteln Sie gemeinsam mit Ihrem Kunden das Alter der Installationen. Häuser aus den 1980er und 1990er Jahren stehen jetzt an einem kritischen Punkt.
Verschleisserscheinungen erkennen: Erklären Sie, dass mechanische Kontakte ermüden, Kunststoffe verspröden und Federkräfte nachlassen – auch ohne sichtbare Schäden. Lockere Steckdosen, schwergängige Schalter oder Wärmeentwicklung sind Warnsignale.
Austausch planen: Empfehlen Sie bei Sanierungen grundsätzlich den kompletten Austausch von Installationsmaterialien, die älter als 25 Jahre sind. Dies erhält nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Wohnkomfort und Immobilienwert.
Qualität kommunizieren: Moderne Installationsgeräte bieten deutlich höhere Schaltzyklen, bessere Kontaktsicherheit und erfüllen aktuelle Sicherheitsstandards. Der Mehrwert rechtfertigt die Investition.
2. NIV-Änderungen: Neue Anforderungen an Installationen
Die Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV) wird kontinuierlich an technische Entwicklungen und Sicherheitserkenntnisse angepasst. Für Bestandsbauten bedeutet dies: Was vor 20 Jahren normkonform war, entspricht heute möglicherweise nicht mehr den aktuellen Anforderungen.
Was Sie Ihren Kunden empfehlen sollten
Fehlerstromschutz nachrüsten: Erläutern Sie die Pflicht zur Installation von FI-Schutzschaltern (30 mA) für Steckdosen bis 32 A und in Aussen- und Feuchträumen. Viele ältere Installationen verfügen nicht über ausreichenden Personenschutz.
Potenzialausgleich überprüfen: Der Schutzpotenzialausgleich ist in älteren Gebäuden oft unvollständig. Empfehlen Sie eine Überprüfung und gegebenenfalls Ergänzung gemäss aktueller NIV.
Leitungsquerschnitte bewerten: Moderne Haushalte haben einen deutlich höheren Strombedarf. Prüfen Sie, ob die vorhandenen Leitungsquerschnitte noch ausreichend dimensioniert sind, insbesondere bei geplanter Installation von Wärmepumpen oder Ladestationen.
Dokumentation erstellen: Empfehlen Sie Ihren Kunden, die Installationen nach aktueller NIV dokumentieren zu lassen. Dies schafft Rechtssicherheit und ist bei Verkauf oder Vermietung ein Qualitätsmerkmal.
Sanierung als Chance nutzen: Machen Sie deutlich, dass eine Gebäudesanierung der ideale Zeitpunkt ist, um Installationen auf den neuesten Stand zu bringen – bevor Wände geschlossen und Böden verlegt werden.
3. Sicherheitsüberprüfung: Professionelle Bestandsaufnahme als Grundlage
Bevor konkrete Renovations- oder Instandhaltungsmassnahmen geplant werden, sollte eine systematische Sicherheitsüberprüfung der elektrischen Anlagen stehen. Als Elektroinstallateur können Sie hier einen entscheidenden Mehrwert bieten.
Was Sie Ihren Kunden empfehlen sollten
Periodische Kontrolle durchführen: Empfehlen Sie eine normkonforme Sicherheitsprüfung gemäss NIV. Diese gibt Aufschluss über den Zustand der gesamten Installation und deckt Sicherheitsmängel auf, bevor sie zum Problem werden.
Priorisierung ermöglichen: Eine professionelle Überprüfung zeigt, welche Massnahmen dringend sind und was mittelfristig geplant werden kann. Dies hilft Ihrem Kunden, das Sanierungsbudget sinnvoll einzusetzen.
Versteckte Mängel identifizieren: Viele Sicherheitsrisiken sind für Laien nicht erkennbar: unzureichende Erdung, fehlende Absicherungen, nicht fachgerecht ausgeführte Erweiterungen. Ihre Expertise macht diese Risiken sichtbar.
Messprotokoll als Entscheidungsgrundlage: Liefern Sie Ihrem Kunden ein nachvollziehbares Messprotokoll. Dies schafft Transparenz und ermöglicht eine fundierte Entscheidung über den Sanierungsumfang.
Haftungsfragen klären: Weisen Sie darauf hin, dass bei erkannten Mängeln eine Haftung entstehen kann, wenn nicht gehandelt wird. Eine dokumentierte Überprüfung schützt beide Seiten.
Ihre Rolle als Berater: Vertrauen durch Kompetenz
«Als Elektroinstallateur sind Sie nicht nur Ausführender, sondern vor allem kompetenter Berater Ihrer Kunden. Gerade bei Renovationsarbeiten, die oft komplex und kostenintensiv sind, suchen Wohneigentümer nach verlässlicher Orientierung.» – Erwin Oertle, Teamleiter Customer Service und Competence Center Region Ost bei EM
Ihre Empfehlungen sollten daher sein:
- Auf fundierten technischen Kenntnissen und aktuellen Normen basieren
- Die individuelle Situation des Kunden berücksichtigen, also z. B. Nutzung, Budget und angestrebter Zeitplan
- Sicherheitsaspekte klar priorisieren und verständlich kommunizieren
- Langfristige Perspektiven aufzeigen, nicht nur kurzfristige Lösungen
- Transparenz schaffen durch nachvollziehbare Begründungen
Fazit: Sicherheit als Fundament für nachhaltigen Gebäudeunterhalt
Die Abschaffung des Eigenmietwertes schafft Bewegung im Bereich Gebäudeunterhalt und Renovation. Für Elektroinstallateure bedeutet dies: Ihre Expertise ist gefragter denn je. Nutzen Sie Ihre Position, um Kunden nicht nur bei der Modernisierung, sondern vor allem bei der Erhöhung der Sicherheit ihrer Immobilien zu unterstützen.
In den nächsten Teilen dieser Serie werden wir uns mit Energieeffizienz und Zukunftsfähigkeit befassen. Doch ohne ein sicheres elektrisches Fundament bleiben alle weiteren Optimierungen auf unsicherem Grund gebaut.
Ihre nächsten Schritte
- Sprechen Sie Bestandskunden mit älteren Immobilien proaktiv auf Renovationspläne an
- Bieten Sie zunächst Sicherheitsüberprüfungen als Einstieg in Renovationsprojekte an
- Positionieren Sie sich als kompetenter Partner für die gesamte elektrische Erneuerung
- Nutzen Sie frühzeitig die Unterstützung der EM Beratungspower
Haben Sie Fragen zur Sicherheitsüberprüfung oder benötigen Sie Unterstützung bei der Kundenberatung? Das Team von EM steht Ihnen mit Fachwissen und umfassendem Produktsortiment zur Seite.
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